Willkommen zum dritten Teil meiner losen Serie über die Gestaltung von Benutzeroberflächen für mobile Geräte sowie dem Desktop. Wie versprochen geht es diesmal um die Datumsauswahl. Werfen wir zunächst einen Blick auf ein paar gängige Realisierungsformen.

Das erste Beispiel ist ein Widget der Windows Sidebar.

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Und hier das Pendant unter Mac OS X, also ein Dashboard-Widget.

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Von gestalterischen Unterschieden abgesehen, ist der Aufbau gleich: eine Kopfzeile zeigt Monat und Jahr. Zwei Pfeile gestatten das monatsweise Blättern. Der eigentliche Datumsbereich zeigt 6 Wochen. Der aktuelle Tag ist hervorgehoben. Nun ein kurzer Blick auf mobile Geräte. Der folgende Screenshot zeigt den Kalender des Palm Pre.

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Das große Display des Geräts wird vollständig genutzt. Die Datumsauswahl wirkt elegant und ergonomisch. Ihre Realisierung orientiert sich eindeutig am Desktop.

Schließlich die Datumsauswahl der Android-Plattform:

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Sie wirkt auf den ersten Blick spartanisch. Die Funktionsweise ist aber mit der Walzen-Metapher des iPhone, die wir bereits kennen gelernt haben, vergleichbar. Die drei Zahlen sind editierbar, das heißt, auch große Zeitsprünge sind schnell erledigt.

Fassen wir zusammen. Bisher sind wir zwei Ausprägungen der Datumseingabe begegnet. Zum einen die Auswahl durch Anklicken oder Antippen eines Datums aus einem Monatsbereich. Zum anderen die Eingabe durch drei unabhängige Felder. Werte dieser Felder werden durch Gesten (Blättern, Tippen) verändert. Nahe Termine lassen sich sicher mit beiden Varianten schnell und komfortabel selektieren. Wie aber sieht es mit länger zurück liegenden Jahren aus?

Nehmen Sie als Beispiel ein Programm, das Geburtstage verwaltet. Aus Rückmeldungen von Anwendern meines Programms TKBirthdayReminder schließe ich, dass hier die Android-Variante nicht optimal ist. Fairerweise muss man aber sagen, dass dies für alle Drei-Feld-Varianten zutreffen dürfte. Heißt dies im Umkehrschluss, dass die Desktop-übliche Darstellung besser geeignet ist?

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Dieser Screenshot zeigt, wie man in Apples Addressbuch Geburtstage einträgt. Erstaunlicherweise finden wir hier eine Variante der Drei-Felder-Eingabe. Ein weiteres Beispiel:

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Dieser Screenshot zeigt, wie man unter Mac OS X im Programm iCal zu einem Datum springt.

Was schließen wir daraus? Natürlich ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Eingabe von Zahlen der schnellste Weg ist, um zu weit entfernten Datumswerten zu gelangen. Die eigentliche Erkenntnis ist die Bestätigung einer These aus der letzten Folge. Nämlich dass gute Bedienelemente die vorhandenen Ressourcen einer Plattform optimal nutzen. Auf dem Desktop ist eine Tastatur eben immer vorhanden. Auf dem Smartphone hingegen nicht.

Auch in der nächsten Folge bleib ich bei der Datumseingabe. Dann möchte ich Ihnen einige spannende Varianten vorstellen. Bleiben Sie dran. Und wie immer freue ich mich natürlich über Ihre Kommentare.


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